Kopenhagen ist laut dem aktuellen Global Liveability Index der Economist Intelligence Unit zum zweiten Mal in Folge die lebenswerteste Stadt der Welt — Wien liegt erneut auf Rang 2, nach drei Jahren an der Spitze. Für alle, die in Wien kaufen, mieten oder vermieten, ist das Ranking ein Stimmungsbild. Was es misst und was nicht, entscheidet darüber, wie viel Gewicht es verdient.
Kopenhagen verteidigt die Spitze, Wien bleibt Zweiter
Die Economist Intelligence Unit (EIU) hat für den Index 173 Städte verglichen. Bewertet wurden rund 30 Kriterien, darunter Stabilität, Gesundheitsversorgung, Kultur und Umwelt, Bildung und Infrastruktur. In den Kategorien Stabilität, Bildung und Infrastruktur erzielt Kopenhagen laut den Berichten die höchsten Bewertungen — und führt das Ranking damit zum zweiten Mal hintereinander an.
Wien belegt zum zweiten Mal in Folge Rang 2. Davor hatte die Bundeshauptstadt den ersten Platz drei Jahre durchgehend gehalten.
Was „lebenswerteste Stadt der Welt“ misst — und was nicht
Der Index bildet Lebensqualität ab: Sicherheit, Versorgung, Kultur, Bildung, Infrastruktur. Kaufpreise, Mieten oder die Leistbarkeit von Wohnraum tauchen unter den genannten Kriterien nicht auf. Wer aus Platz 2 unmittelbar auf den Wiener Immobilienmarkt schließt — auf Nachfrage, Preise oder Renditen —, überdehnt die Aussagekraft des Rankings.
Aus rechtlicher Sicht kommt hinzu: Ein Ranking ändert keine Rechtslage. Wie viel Miete zulässig ist, wann ein Kaufanbot bindet und welche Abgaben ein Erwerb auslöst, regeln Mietrechtsgesetz (MRG), ABGB und Steuerrecht — unabhängig davon, ob Wien Erster oder Zweiter ist. Diese Ebene ist für Entscheidungen die belastbare.
Was Platz 2 konkret bedeutet
- i.Für KäuferEin Spitzenplatz im Liveability-Ranking ist ein weicher Standortfaktor — keine Kaufempfehlung und kein Preisargument. Rechtlich zählt der Ablauf: Ein unterschriebenes Kaufanbot bindet bereits, lange bevor der Kaufvertrag errichtet und grundbücherlich durchgeführt wird. Prüfen Sie Anbot, Vertragsentwurf und Nebenkosten — etwa Grunderwerbsteuer und Eintragungsgebühr — vor der Unterschrift, nicht danach.
- ii.Für MieterLebensqualität sagt nichts über die Zulässigkeit einer konkreten Miete. In Wien hängt diese häufig davon ab, ob das MRG auf das Mietverhältnis voll, teilweise oder gar nicht anzuwenden ist — das entscheidet über Mietzinsgrenzen, Befristungen und Betriebskosten. Wer einen Vertrag vor sich hat, klärt zuerst diese Frage.
- iii.Für Eigentümer und VermieterDer zweite Platz ist ein Reputationswert, kein Marktdatum. Wer daraus Schlüsse für Vermietung oder Verkauf zieht, trennt besser zwei Ebenen: Im Anwendungsbereich des MRG bleiben Mietzins und Befristung gesetzlich begrenzt. Und beim Verkauf fällt auf den Veräußerungsgewinn grundsätzlich Immobilienertragsteuer (ImmoESt) an — Ausnahmen wie die Hauptwohnsitzbefreiung sind an Voraussetzungen geknüpft.
Ranking gelesen, Rechtslage bleibt maßgeblich
Kopenhagen führt den EIU-Index zum zweiten Mal in Folge an, Wien folgt erneut auf Rang 2 — zuvor drei Jahre an der Spitze. Verglichen wurden 173 Städte anhand von rund 30 Kriterien; Immobilienpreise und Mieten zählen nicht dazu. Für Kauf, Miete und Verkauf in Wien bleiben Kaufanbot, MRG-Anwendungsbereich und ImmoESt entscheidend, nicht der Rang im Ranking.
Häufige Fragen
Welche Stadt ist die lebenswerteste der Welt?
Wie wird das Ranking erstellt?
Was bedeutet Wiens Platz 2 für Immobilienpreise und Mieten?
Wir prüfen Ihre Unterlagen, bevor Sie unterschreiben.
Sie stehen vor einem Kauf, einer Vermietung oder einem neuen Mietvertrag in Wien? Kaufanbot, Vertragsentwurf und die Frage, ob und wie das MRG greift — geklärt, bevor Sie sich binden.
Dieser Beitrag gibt die Rechtslage zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung am 11. Juli 2026 wieder und wird danach nicht aktualisiert. Er dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Es gilt der Haftungsausschluss.

