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Lebenswerteste Stadt der Welt: Wien auf Platz 2 — was das für Immobilienentscheidungen bedeutet.

Kopenhagen führt den Global Liveability Index der EIU erneut an, Wien folgt auf Rang 2. Was das Ranking misst — und was daraus für Kauf, Miete und Verkauf in Wien folgt.

Lebenswerteste Stadt der Welt: Wien auf Platz 2 — was das für Immobilienentscheidungen bedeutet.Markt & Zinsen · Ausgabe N° 27

Kopenhagen ist laut dem aktuellen Global Liveability Index der Economist Intelligence Unit zum zweiten Mal in Folge die lebenswerteste Stadt der Welt — Wien liegt erneut auf Rang 2, nach drei Jahren an der Spitze. Für alle, die in Wien kaufen, mieten oder vermieten, ist das Ranking ein Stimmungsbild. Was es misst und was nicht, entscheidet darüber, wie viel Gewicht es verdient.

Kopenhagen verteidigt die Spitze, Wien bleibt Zweiter

Die Economist Intelligence Unit (EIU) hat für den Index 173 Städte verglichen. Bewertet wurden rund 30 Kriterien, darunter Stabilität, Gesundheitsversorgung, Kultur und Umwelt, Bildung und Infrastruktur. In den Kategorien Stabilität, Bildung und Infrastruktur erzielt Kopenhagen laut den Berichten die höchsten Bewertungen — und führt das Ranking damit zum zweiten Mal hintereinander an.

Wien belegt zum zweiten Mal in Folge Rang 2. Davor hatte die Bundeshauptstadt den ersten Platz drei Jahre durchgehend gehalten.

Was „lebenswerteste Stadt der Welt“ misst — und was nicht

Der Index bildet Lebensqualität ab: Sicherheit, Versorgung, Kultur, Bildung, Infrastruktur. Kaufpreise, Mieten oder die Leistbarkeit von Wohnraum tauchen unter den genannten Kriterien nicht auf. Wer aus Platz 2 unmittelbar auf den Wiener Immobilienmarkt schließt — auf Nachfrage, Preise oder Renditen —, überdehnt die Aussagekraft des Rankings.

Aus rechtlicher Sicht kommt hinzu: Ein Ranking ändert keine Rechtslage. Wie viel Miete zulässig ist, wann ein Kaufanbot bindet und welche Abgaben ein Erwerb auslöst, regeln Mietrechtsgesetz (MRG), ABGB und Steuerrecht — unabhängig davon, ob Wien Erster oder Zweiter ist. Diese Ebene ist für Entscheidungen die belastbare.

Was Platz 2 konkret bedeutet

  1. i.
    Für Käufer
    Ein Spitzenplatz im Liveability-Ranking ist ein weicher Standortfaktor — keine Kaufempfehlung und kein Preisargument. Rechtlich zählt der Ablauf: Ein unterschriebenes Kaufanbot bindet bereits, lange bevor der Kaufvertrag errichtet und grundbücherlich durchgeführt wird. Prüfen Sie Anbot, Vertragsentwurf und Nebenkosten — etwa Grunderwerbsteuer und Eintragungsgebühr — vor der Unterschrift, nicht danach.
  2. ii.
    Für Mieter
    Lebensqualität sagt nichts über die Zulässigkeit einer konkreten Miete. In Wien hängt diese häufig davon ab, ob das MRG auf das Mietverhältnis voll, teilweise oder gar nicht anzuwenden ist — das entscheidet über Mietzinsgrenzen, Befristungen und Betriebskosten. Wer einen Vertrag vor sich hat, klärt zuerst diese Frage.
  3. iii.
    Für Eigentümer und Vermieter
    Der zweite Platz ist ein Reputationswert, kein Marktdatum. Wer daraus Schlüsse für Vermietung oder Verkauf zieht, trennt besser zwei Ebenen: Im Anwendungsbereich des MRG bleiben Mietzins und Befristung gesetzlich begrenzt. Und beim Verkauf fällt auf den Veräußerungsgewinn grundsätzlich Immobilienertragsteuer (ImmoESt) an — Ausnahmen wie die Hauptwohnsitzbefreiung sind an Voraussetzungen geknüpft.
Das Wesentliche

Ranking gelesen, Rechtslage bleibt maßgeblich

Kopenhagen führt den EIU-Index zum zweiten Mal in Folge an, Wien folgt erneut auf Rang 2 — zuvor drei Jahre an der Spitze. Verglichen wurden 173 Städte anhand von rund 30 Kriterien; Immobilienpreise und Mieten zählen nicht dazu. Für Kauf, Miete und Verkauf in Wien bleiben Kaufanbot, MRG-Anwendungsbereich und ImmoESt entscheidend, nicht der Rang im Ranking.

Häufige Fragen

Welche Stadt ist die lebenswerteste der Welt?

Laut dem aktuellen Global Liveability Index der Economist Intelligence Unit ist Kopenhagen zum zweiten Mal in Folge die lebenswerteste Stadt der Welt. Wien folgt auf Platz 2, nachdem die Stadt das Ranking zuvor drei Jahre in Folge angeführt hatte.

Wie wird das Ranking erstellt?

Die EIU bewertet 173 Städte anhand von rund 30 Kriterien, darunter Stabilität, Gesundheitsversorgung, Kultur und Umwelt, Bildung und Infrastruktur. Kopenhagen erzielt laut den Berichten in Stabilität, Bildung und Infrastruktur die höchsten Werte.

Was bedeutet Wiens Platz 2 für Immobilienpreise und Mieten?

Unmittelbar nichts. Der Index misst Lebensqualität; Preise und Leistbarkeit gehören nicht zu den genannten Kriterien. Für konkrete Kauf- oder Mietentscheidungen bleiben Rechtslage und Vertragsprüfung maßgeblich.
Vor der Unterschrift

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Dieser Beitrag gibt die Rechtslage zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung am 11. Juli 2026 wieder und wird danach nicht aktualisiert. Er dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Es gilt der Haftungsausschluss.

AB
Rechtsanwalt Mag. Adrien Bompard, LL.M.
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